Bodyboard Reviews
An dieser Stelle veröffentlichen wir Reviews von uns und anderen Bodyboardern, die ihre Erfahrungen gerne mit euch teilen möchten. Wir freuen uns über jede Einsendung und veröffentlichen Erfahrungsberichte auf Wunsch auch anonym.
Aerial – 2014 – Aerial NRS PE
Aufgrund guter Erfahrungen mit einem PP VS Bat Tail Board eines Freundes aus Antwerpen hatte ich mich entschieden, mir ein neues Board anzuschaffen. Dabei empfahl mir mein Kollege ein PE Cell Core Board, da dieser Core auch für die kalte Nordsee sehr gut geeignet ist und einen Auftrieb bietet, der dem eines PP Boards nahekommt.
Nach einiger Suche nach guten Bodyboards fand ich das Aerial Bodyboards Projekt mit Shaper Gato, der in der europäischen Szene sehr bekannt ist. Durch die guten Erfahrungen mit dem Bat Tail Bodyboard meines Kollegen entschloss ich mich für das Aerial Rosner Signature Model.
Schon als das Board bei mir zu Hause ankam, wunderte ich mich über das äußerst geringe Gewicht. Verglichen mit meinem Arin PE Pablo Prieto Board und dem Cartel Paul Roach war es quasi so leicht wie ein PP Board.
Nun stellte sich die große Frage: Würde sich das Board auch bei Wassertemperaturen von 10 °C wie ein PE Board verhalten – also wendig und flexibel?
Also Windguru geprüft: Nordsee, 7–9 Bft. ZW-Wind, 2–3,5 m Welle mit 7 Sekunden Periode. Wer Nordseewellen nicht kennt: ZW-Wellen mit sehr starkem Wind bauen sich groß auf und brechen nach rechts Richtung Pfähle sehr hohl, fast wie ein kleiner Wedge.
Um die Section zu erreichen, muss man etwas weiter rechts als der Surfer starten und sehr schnell Richtung Pfähle paddeln, um die hohle Section im genau richtigen Moment zu erreichen. Durch den PP-ähnlichen Auftrieb war dies mit dem Aerial Bodyboard ohne Probleme möglich.
Der Bat Tail gibt einem zwar etwas Instabilität, aber auch die nötige Geschwindigkeit und Wendigkeit, um in den steileren Sections Spins anzusetzen. Erstaunlicherweise verhielt sich der PE Cell Core wirklich wie ein PP Board in wärmeren Gewässern: maximale Flexibilität und maximaler Auftrieb. Wobei ich dazu sagen muss, dass meine einzige echte PP-Erfahrung in wärmerem Wasser bis dahin in Holland bei 22 °C im Sommer war.
Fazit
Meine Meinung ist sicherlich subjektiv zu betrachten, da die Nordsee natürlich kein Vergleich zum Atlantik ist und meine bisherigen Boards durchaus schwere Gebrauchsspuren aufwiesen. Dennoch kann ich nach zwei Tagen Nordsee sagen, dass ich persönlich sehr zufrieden mit dem Aerial Bodyboard bin.
Gerade die maximale Flexibilität, da ich sehr gerne Spins ausführe, gefällt mir äußerst gut. Das Material gibt einen Auftrieb, mit dem man die Welle sehr früh und mit wenig Aufwand anpaddeln kann.
Bodyboarden mache ich nun seit ca. 8 Jahren, aber so viel Spaß und Manöverfähigkeit hatte ich bisher noch nie – gerade mit der Nordseeschaumwand. Die Surfer haben auch ziemlich verdutzt geschaut, mit welcher Geschwindigkeit ich selbst Closeouts abgefahren bin, um anschließend einen Rollo zu machen.
Ich kann die Aerial Bodyboards Reihe nur empfehlen. Welches Modell man wählt, ist wohl Geschmackssache und hängt natürlich auch davon ab, was man mit dem Board machen möchte.
Aerial – 2015 – Cheetah
Ich plante, ein Jahr im Südwesten Frankreichs in der Region Bordeaux zu verbringen. Dort findet man überwiegend klassische, bekannte Beachbreaks wie Lacanau, Hossegor, Capbreton und Anglet.
Mein altes Board, ein NMD Dave Winchester, wurde langsam alt und hatte bereits einige ernsthafte Schäden. Der Kern begann Wasser aufzunehmen und das Board wurde dadurch immer schwerer. Nicht gerade hilfreich, wenn man sich beim Bodyboarden verbessern möchte.
Ein neues Board musste also her. Ich fragte Alex von Bodyboarder.de nach seiner Empfehlung und nach einem kurzen Gespräch war klar: Mein neues Board sollte ein Aerial Cheetah in 43″ werden.
Der entscheidende Punkt für den Cheetah war für mich das Double-Stringer-System. Mit einer Körpergröße von 194 cm wollte ich ein Board, das nicht zu empfindlich auf harte Landungen und Schläge reagiert. Außerdem versuche ich immer noch, Dropknee zu lernen. Ein Double-Stringer-System bietet hier zusätzliche Stabilität und hilft dabei, das Board nicht zu schnell zu beschädigen.
Ich bekam das Board in Schwarz/Gelb und mein erster Eindruck war optisch bereits extrem positiv. Das Board ist allerdings auch in anderen Farbkombinationen erhältlich, falls man etwas anderes bevorzugt.
Nach den ersten 20 bis 30 Surfsessions kann ich eindeutig sagen, dass es nicht nur die Optik war, die mich überzeugt hat. Ich bin mit dem Board insgesamt wirklich sehr zufrieden.
Natürlich dauert es etwas, bis man sich an ein neues Board gewöhnt und sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Der größte Unterschied zu meinem alten Board ist definitiv der deutlich höhere Flex. Obwohl es sich um ein Double-Stringer-Board handelt, muss man die Nose nicht stark herunterziehen, um die Richtung zu verändern, einen Cutback zu fahren oder einen 360° zu versuchen.
Meine ersten richtigen 360s habe ich beispielsweise mit diesem Board gelernt. Das Double-Stringer-System erlaubt außerdem größere Aerials, ohne das Board zu schnell zu beschädigen.
Ich konnte einige Rolls mit dem Board fahren und empfand sie tatsächlich als einfacher als mit meinem vorherigen Board, da der Cheetah leichter und flexibler ist.
Ich habe das Board bei Bedingungen zwischen 1 m und soliden 2–2,5 m Offshore-Wellen gefahren und dabei nie das Vertrauen in das Board verloren.
Fazit
Ich würde dieses Board jedem empfehlen, der sich selbst als fortgeschrittenen Bodyboarder oder besser bezeichnet. Es ist ein großartiges Board, um neue Tricks und verschiedene Bodyboarding-Stile zu entdecken, eignet sich aber genauso gut für jemanden, der seinen eigenen Stil bereits gefunden hat und genau weiß, was er möchte und braucht.
Wenn ihr euch noch nicht sicher seid, welches Board das richtige für euch ist, scheut euch nicht, Alex zu fragen. Mit seiner langjährigen Erfahrung kann er bei der Auswahl der verschiedenen Modelle und deren Eigenschaften helfen.
Good waves!
Max
Hubb – 2019 – Boog Mat
Erfahrungsbericht Stephan S., Juli 2019
Um nicht schon wieder ein Travel-Boardbag mit an den Schalter des Düsseldorfer Flughafens schleppen zu müssen, wollte ich unbedingt die Boog Mat von Hubb testen. Ich freute mich daher sehr, dass Alex auch dieses Modell in seinem gut sortierten Online-Shop führt.
Nun ans Eingemachte: Ich surfe seit rund 20 Jahren und habe vor gut 10 Jahren das Bodyboarden auf einem Kanaren-Trip wiederentdeckt. Seitdem war ich wieder voll infiziert.
Ich fahre grundsätzlich 41er Boards und griff nach Rücksprache mit Alex auch bei der Boog Mat zu dieser Größe. Mit Kleinkind im Gepäck freute ich mich bei unserem Familientrip an die Algarve besonders auf die Reisevariante.
Die Boog Mat wird in einem kompakten Rucksack geliefert, der sogar als Handgepäck durchgeht. Darin finden zusätzlich noch meine Dafins Platz. Das Board lässt sich schnell und unkompliziert über das übliche SUP-Ventil aufpumpen.
Schon auf dem Trockenen machte es einen erstaunlich leichten, stylischen und stabilen Eindruck. Etwas ungewohnt sind natürlich die runden Rails, da ich normalerweise 50/50-Rails bevorzuge. Der mittig angebrachte Leashplug ist ebenfalls praktisch, da so auch Linkshänder ihren Spaß haben.
Das Deck hat zwar eine golfballähnliche Kontur, aber ohne Wax läuft hier aus meiner Sicht nichts, da es ungewaxt ziemlich rutschig ist. Dafür lässt es sich deutlich geschmeidiger wachsen als meine geliebten Badboys von Arin, NMD und BZ.
Beim ersten Weg ins Line-up bei Zavial war ich total überrascht, wie gut sich das Board duckdiven lässt. Immerhin liegt man auf einer Luftblase. Das einzig Ungewöhnliche ist die etwas voluminöse Nose.
Ansonsten lässt es sich prima anpaddeln und die schnelle und saubere Rechte ließ sich auch auf dem runden Rail tadellos surfen. Auch Cutbacks und 360s sind gar kein Problem, da das Board wirklich schnell unterwegs ist.
Das Beste ist aber, dass man den Luftdruck durch kurzes Drücken auf das Ventil schnell reduzieren kann. Dadurch erhält das Board einen sehr schönen Flex.
Fazit
Ich fürchtete ein Spielzeug und bekam stattdessen ein wirklich feines Board, das für alle Level geeignet ist.
Eine absolute Kaufempfehlung!
NMD – 2019 – Ben Player ProRide
Nach langem Überlegen, welches Board denn nun das richtige für mich sei, und dank der kompetenten Beratung von Alex bin ich auf dieses „Flaggschiff“ aus dem Hause NMD gestoßen.
Meine Anforderungen waren zunächst, keine großen Kompromisse eingehen zu müssen, da sich je nach Reiseziel die Wassertemperaturen doch deutlich voneinander unterscheiden können: Kapverden +25 °C, Kanaren +23 °C bis +20 °C, Frankreich +20 °C bis 18 °C, Portugal +17 °C bis hinunter auf +15 °C an der Nordsee.
Eine gewisse Konstanz des Boards war mir sehr wichtig, damit man weiter an seinen Skills arbeiten kann. Dank der ISS-Technologie kein Problem mehr!
Nachdem ich die letzten Jahre ein recht schnelles Board – ein PE Sniper Launch 42″ Crescent Tail – gefahren bin und auch Erfahrungen mit Bat Tails (Sniper Score 42″ / Custom X) hatte, wollte ich ehrlich gesagt ein Board, das beide Eigenschaften miteinander vereint.
PP war die logische Konsequenz. Da man in dieser Kategorie doch eher mehr Airtime als „Rumkreiseln“ anstrebt, war der Crescent Tail für mich das passende Ende des Boards.
Nach wie immer sehr netten Gesprächen mit Alex und einer lockdownbedingten Sehnsuchtsgroßbestellung bei ihm im Shop kam das Paket optimal geschützt in dem mitbestellten Aerial Bodyboard TravelBag bei mir an. Übrigens: Diese Tasche will ich nie wieder hergeben. Top Produkt!
Nun zum Board
Erster Eindruck: Krass.
Deck- und Bottomfarbe: Schwarz. NMD-Logo in Gold auf Vorder- und Rückseite. Die Rückseite spiegelte richtig, was auf eine ausgezeichnet glatte Oberfläche hinweist.
Das Kontur-Deck verleiht dem Board die nötige Professionalität und durch das futuristisch-sportlich-aggressive Aussehen zog es – also das Board, nicht ich – am Strand durchaus einige neidische Blicke auf sich.
Ganz recht, ihr lest Strand: Im August 2020 ging es für 10 Tage in den Norden Fuerteventuras, der für mich mittlerweile nach dem zehnten Besuch zu meinem favorisierten Bodyboard-Ziel geworden ist.
Das erste Anlegen der NMD Pro Leash, die sowohl optisch als auch technisch perfekt zum Board passt, fühlte sich an, als hätte ich gerade Rambo-mäßig das Magazin in mein Maschinengewehr gesteckt. Mein souveränes Grinsen konnte ich nicht verbergen, als ich mich auf den Weg ins Wasser machte.
Anmerkung: Ich musste noch einmal kurz zurück zum Platz. Ich hatte ungelogen vor lauter Coolness noch die Sonnenbrille auf …
Beim Rauspaddeln war es bereits ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das Board wies eine unfassbare Stabilität und einen wahnsinnigen Auftrieb auf. Allerdings war die Trägheit durch das höhere Eigengewicht deutlich zu spüren.
Erster Duckdive: Trotz der gerade genannten Eigenschaften absolut kein Problem – auch bei größeren Kalibern. Das Board zog mich richtig durch die Wellen und ich konnte es ohne Probleme nach unten drücken und unter Wasser steuern.
Was das Board an anfänglicher Schwerfälligkeit bei schnellen Wendemanövern beim Anpaddeln notgedrungen mitbringt, gleicht es beim Take-off mehr als zufriedenstellend aus.
Wenn die Grundträgheit einmal überwunden ist, geht das Teil sprichwörtlich ab wie ein Schnitzel. Hier kommen seine Stärken zum Vorschein: eine für mich bislang unerreichte Laufruhe während des Ritts, eine völlig überraschende Wendigkeit und ein richtig guter Flex erlauben alles, was dem Fahrer selbst möglich ist.
Wo meine Vorgängerboards an ihre Grenzen gestoßen sind, bietet das NMD ProRide eine angenehme Sicherheit. Es führt dir unmissverständlich vor Augen: „Kollege – ich bin hier nicht der begrenzende Faktor!“ Was sich hoffentlich positiv auf die technische Entwicklung des Riders auswirkt.
Meinen persönlichen Geschwindigkeitsrekord habe ich ohne Zweifel auf diesem Trip geknackt – und das dank des Boards auch ohne größere Wipeouts.
Wenn man sich einmal an die physikalischen Eigenschaften des Boards gewöhnt hat, ist es immer wieder ein wahres Fest, damit ins Wasser zu steigen.
Wie sagt der Spanier in England: Je ne regrette rien!
Pro & Contra
- + Stabilität, Laufruhe und Auftrieb
- + Wendigkeit beim Ritt
- + Top Speed
- − Trägheit im Ruhezustand
- − Nichts für Anfänger
- − Preis – für mich aufgrund der vielen Features absolut gerechtfertigt
Meiner Einschätzung nach könnte man das 42″ Board auch als etwas größerer Rider verwenden, entsprechende Erfahrung natürlich vorausgesetzt.
Dank der Expertise von Alex und des Boards habe ich nun die Souveränität zu sagen, dass ich mich damit zwangsläufig verbessern werde. Danke!
Leo
P.S.: Wenn euch das schwarz-goldene Board zufällig am Strand auffällt, kann es gut sein, dass ich es an euch vorbei trage, weil ich noch schnell meine Sonnenbrille zurück zum Platz bringen muss …
