Der Aufbau eines Bodyboards
Ein Bodyboard besteht grundsätzlich aus einem Kern, einem Deck (Oberseite) und dem Slick Bottom (Unterseite). Besonderes Augenmerk gilt außerdem dem Tail (Endstück) und den Rails (Seitenkanten).
In den folgenden Abschnitten erklären wir die wichtigsten Bestandteile eines Bodyboards und zeigen, welche Eigenschaften die verschiedenen Bauformen und Materialien mit sich bringen.
Der Kern eines Bodyboards
Bei Bodyboard-Kernen kommen hauptsächlich drei Materialien zum Einsatz: PE (Polyethylen), PP (Polypropylen) und EPS (expandiertes Polystyrol). Darüber hinaus gibt es verschiedene Varianten, Mischformen und herstellerspezifische Weiterentwicklungen.
EPS – Expandiertes Polystyrol
EPS ist eine günstige und leichte Variante, die häufig bei einfachen Einsteiger- und Freizeit-Bodyboards eingesetzt wird. Das Material lässt sich vergleichsweise einfach verarbeiten und eignet sich deshalb gut für Boards, die hauptsächlich für den gelegentlichen Einsatz in kleinen oder bereits gebrochenen Wellen gedacht sind.
Je nach Qualität und Verarbeitung können EPS-Boards bei stärkerer Belastung schneller ihre Form verlieren. Hochwertigere EPS-Boards sind entsprechend stabiler und können für kleine Wellen durchaus sinnvoll sein. Häufig verfügen sie bereits über zusätzliche Verstärkungen.
PE – Polyethylen
PE ist ein klassisches Kernmaterial für Bodyboards und wird besonders bei Boards eingesetzt, die in kühleren Gewässern gefahren werden. Das Material ist robust und besitzt ein ausgeprägtes Flexverhalten.
Bei PE-Kernen gibt es zahlreiche unterschiedliche Bezeichnungen und Materialmischungen der verschiedenen Hersteller. Häufig wird PE auch als Deck- oder Railmaterial verwendet. Deshalb sollte beim Kauf genau darauf geachtet werden, ob sich die Bezeichnung tatsächlich auf den Kern oder lediglich auf das Außenmaterial bezieht.
Bei höheren Wassertemperaturen wird ein PE-Kern weicher und verliert dadurch einen Teil seiner Steifigkeit. Für größere Boards und höhere Belastungen können deshalb zusätzliche Verstärkungen wie Stringer oder Mesh sinnvoll sein.
Neben herkömmlichem PE findet man häufig hochwertigere Varianten wie Crosslink-PE, die unter verschiedenen Hersteller- und Produktnamen angeboten werden.
PP – Polypropylen
PP ist ein besonders leichtes und steifes Kernmaterial und wird häufig bei hochwertigen und professionell ausgerichteten Bodyboards eingesetzt. Es eignet sich besonders gut für wärmere Gewässer.
Ein wichtiger Vorteil von PP ist seine geringe Wasseraufnahme. Wird die Außenhaut eines Bodyboards beschädigt, kann der Kern dadurch nicht in gleichem Maße Wasser aufnehmen wie ein PE-Kern.
PP-Boards sind in der Regel steifer als vergleichbare PE-Boards. Dadurch können sie eine hohe Stabilität und direkte Reaktion bieten. Bei sehr kaltem Wasser kann die zusätzliche Steifigkeit allerdings auch ein Nachteil sein.
Auch PP-Boards können mit Stringern und Mesh verstärkt werden, um Stabilität und Haltbarkeit weiter zu erhöhen.
EPS, PE oder PP – welches Material ist besser?
Ein grundsätzlich „besseres“ Kernmaterial gibt es nicht. Die Wahl hängt von den persönlichen Vorlieben, dem eigenen Fahrstil, dem Können und vor allem von den Bedingungen des jeweiligen Surfspots ab.
PE bietet ein ausgeprägteres Flexverhalten und wird deshalb besonders von Bodyboardern geschätzt, die ein etwas weicheres und reaktionsfreudiges Board bevorzugen.
PP ist leichter und steifer und bietet eine hohe Formstabilität. Deshalb findet man PP häufig bei leistungsorientierten Boards und in wärmeren Gewässern.
EPS kann für Einsteiger, Kinder und gelegentliche Einsätze in kleinen Wellen eine preiswerte Alternative sein.
Das Deck – die Oberseite des Bodyboards
Die Oberseite eines Bodyboards besteht meist aus einem weichen Kunststoffmaterial, häufig auf PE-Basis. Das Deck kann mit verschiedenen Konturen und Prägungen versehen sein.
Diese Konturen erfüllen mehrere Funktionen. Sie können dem Fahrer zusätzlichen Halt geben und gleichzeitig das Flexverhalten des Boards beeinflussen. Durch die unterschiedlichen Materialstärken verändert sich die Flexibilität an bestimmten Stellen des Boards.
Allerdings können stark ausgeprägte Konturen die Belastbarkeit einzelner Bereiche reduzieren. Wie bei vielen Konstruktionsmerkmalen gilt auch hier: Ein Vorteil kann gleichzeitig einen Nachteil mit sich bringen.
WBS – Water Barrier System
WBS ist eine spezielle Ausführung des Deckmaterials. Dabei wird die Oberfläche so behandelt, dass sie widerstandsfähiger gegen Kratzer werden kann.
Die Oberfläche ist außerdem relativ griffig, sodass je nach Board und Fahrweise weniger oder sogar kein Wachs erforderlich sein kann.
Der Slick – die Unterseite des Bodyboards
Der Slick bildet die Unterseite des Bodyboards und ist für den Kontakt mit dem Wasser verantwortlich. Häufig kommen dabei Materialien wie Surlyn oder HDPE zum Einsatz.
Surlyn
Surlyn ist ein widerstandsfähiges und sehr glattes Kunststoffmaterial. Durch seine Eigenschaften kann es dazu beitragen, dass das Bodyboard schnell über das Wasser gleitet und eine gute Projektion entwickelt.
HDPE
HDPE steht für High Density Polyethylene, also hochdichtes Polyethylen. Das Material ist vergleichsweise leicht, robust und kostengünstiger als viele hochwertige Slick-Materialien.
Auch HDPE bietet gute Gleiteigenschaften und wird deshalb bei vielen Bodyboards eingesetzt.
Das Tail eines Bodyboards
Beim Tail gibt es zahlreiche unterschiedliche Formen. Zu den beiden klassischen Varianten gehören das Crescent Tail und das Bat Tail.
Crescent Tail
Das Crescent Tail besitzt die Form eines flachen Halbmondes und gehört zu den klassischen Tail-Formen des Bodyboards.
Es vermittelt ein kontrolliertes und ruhiges Fahrgefühl und wird deshalb häufig von Einsteigern sowie von Bodyboardern bevorzugt, die in steilen Wellen und Tubes unterwegs sind. Auch beim DropKnee-Fahren ist das Crescent Tail weit verbreitet.
Bat Tail
Das Bat Tail erinnert in seiner Form an die Flügel einer Fledermaus. Durch seine Konstruktion kann das Board ein lebendigeres und flexibleres Fahrverhalten entwickeln.
Dadurch eignet sich diese Tail-Form besonders für Fahrer, die ein wendiges Board bevorzugen und gerne Tricks und schnelle Richtungswechsel fahren.
Die Rails eines Bodyboards
Auch bei den Rails gibt es zahlreiche unterschiedliche Formen und Ausprägungen. Zu den bekanntesten Varianten gehören 60/40 und 50/50.
60/40 Rails
60/40 Rails gehören zu den am häufigsten verwendeten Rail-Formen. Dabei ist der untere Bereich des Rails stärker ausgeprägt als der obere Bereich.
Diese Konstruktion bietet eine gute Kontrolle und eignet sich besonders für steilere und kraftvollere Wellen.
50/50 Rails
Bei 50/50 Rails sind Ober- und Unterseite des Rails annähernd gleichmäßig ausgeprägt. Das kann dem Bodyboard ein direkteres, schnelleres und wendigeres Fahrverhalten verleihen.
Im Vergleich zu einem stärker kontrollorientierten Rail kann dies allerdings auch etwas weniger Stabilität beziehungsweise Kontrolle bedeuten.
Der Bodyboard Stringer
Ein Stringer ist eine Verstärkung, die längs durch das Bodyboard verläuft. Je nach Konstruktion besteht er beispielsweise aus Kunststoff oder Carbon.
Häufig findet man einen Single Stringer, der mittig durch das Board verläuft, oder einen Double Stringer mit zwei Verstärkungen links und rechts der Mitte.
Stringer erhöhen die Steifigkeit und unterstützen das Board dabei, nach einer Belastung wieder in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. Manche Konstruktionen besitzen einen flexibleren Bereich, um das Fahrverhalten gezielt zu beeinflussen.
Bei einigen Bodyboards lässt sich der Stringer sogar austauschen. Dadurch kann das Flexverhalten des Boards an unterschiedliche Bedingungen und persönliche Vorlieben angepasst werden.
EFC Core
Beim sogenannten EFC Core werden mehrere flache Verstärkungselemente verwendet. Diese Konstruktion unterscheidet sich von klassischen runden Stringern und wird häufig bei kleineren Bodyboards eingesetzt.
Mesh im Bodyboard
Ein Mesh ist eine Verstärkung aus einem Kunststoff- oder Glasfasergewebe, die in den Aufbau des Bodyboards integriert wird.
Das Mesh erhöht die Stabilität des Boards und unterstützt – ähnlich wie ein Stringer – die Rückstellung des Boards nach einer Belastung. Besonders bei leistungsorientierten Bodyboards wird Mesh häufig zusammen mit einem oder mehreren Stringern eingesetzt.
