Erfahrungsbericht Südost Sri Lanka

      Erfahrungsbericht Südost Sri Lanka

      Moinsen,
      Kann ja nicht sein, dass hier noch nichts über Sri Lanka steht. Ich war über den Jahreswechsel 2016/17 in Sri Lanka unterwegs und möchte ein bisschen meines rudimentären Wissens über den Südwesten Sri Lankas mit euch teilen.

      Meine Basis war das Rathna Guesthouse über das ihr alles hier lesen könnt. Auf dem Blog beschreibt Markus eigentlich auch alles Weitere was ihr über das Reisen und Surfen in Sri Lanka wissen müsst. Am Rathna gibt es auch Bodyboards zum Ausleihen, aber die sind so durch, dass ich mir auf jeden Fall Material mitnehmen würde. Über Neoprenanzüge muss man sich gar keine Gedanken machen. In den ganzen 3 Wochen habe ich keinen anderen BBer gesehen. Kann auch nicht sagen wie die Surfshops dort ausgerüstet sind, da ich alles mithatte und keinen aufsuchen musste.

      Ich selbst würde mich als Anfänger bezeichnen und dafür waren die Bedingungen optimal. Verglichen mit den Bedingungen in Portugal z.B. war es für mich ein Traum, da die Wellen einfach nicht so einen Druck haben. Das rauskommen ins Line-Up habe ich deswegen noch nie als so leicht empfunden.
      Die meisten Wellen in Sri Lanka, die ich gesurft bin, brechen in einer Wassertiefe, die ich als einsteigerfreundlich bezeichnen würde. Der Untergrund war meist Sand/Sand-Koralle.

      Am Rathna Guesthouse sind jeden Tag ein par Locals und Touristen auf ihren Surfbrettern unterwegs, maximal waren wir vielleicht mal 10 Pipels im Wasser und das in der Hauptsaison. Alle sehr entspannt. Es gibt 2 Wellen, die eine bricht nach rechts und ist die anfängerfreundlichere. Wenn sie gut läuft dann bildet sie zum Ende hin über einer Sandbank eine kleine Barrel, in die man mit dem Bodayboard gerade so reinkommt.

      Sobald die Wellen größer werden funktioniert diese Welle nicht mehr so gut und man sollte auf die linksbrechende Welle ausweichen. Diese bricht direkt auf ein/vor einem Riff, welches die meiste Zeit aus dem Wasser ragt, so dass sie nicht mehr ganz so einsteigerfreundlich ist, da man im Zweifelsfalls rechtzeitig austeigen muss.

      Aber wenn man mal wie ich (uups) auf dem Riff landet schaut der Lifeguard ob man es alleine wieder runter packt. Lifeguard? Ach ja In der Hauptsaison ist ein Lifeguard am Start, der ein Auge auf das Geschehen wirft und wohl auch den ein oder anderen schon aus dem Wasser gezogen hat.
      Es kann zwar bei Flut und größeren Wellen einiges an Strömung geben, aber ich fand es vertretbar. Andere Surfer auf unterem Niveau, die ich traf, empfanden es als heftig. Falls man mal Probleme bekommt helfen einem immer Locals oder andere Surfer, da man sich hier sicherlich noch nicht um die Wellen prügelt.


      Dann war ich noch in Midigama. Hier gibt es verschiedene Spots. An dem einen Pointbreak sah es aus der Ferne aus als würden die Wellen hohl an einem flachen Riff brechen aber da kloppten sich die Könner, der Rest waren Surfschulen und ein par Stand-Up Paddler. Die Wellen waren hier deutlich größer als am Rathna Guesthouse, aber ordentlich Druck hatten sie auch nicht. Weligama bzw. Mirissa habe ich nur im vorbeifahren gesehen und da waren unendlich viele Surfschulen in badewannenähnlichen Verhältnissen am planschen.

      Zu guter Letzt war ich noch in der Region um Tangalle and der Kahandamodara Beach. Ich hatte es schon abgeschrieben nochmal ins Wasser zu kommen, da alle meinten da gibt es nichts zu surfen. Das war wohl richtig, aber nur aus der Sicht eines Stand-Up Surfers. Der dort gefundene Shorebreak war mit dem morgigen ablandigen Wind ein Traum. Allerdings hab ich mir an dem Strand als ich in den Sand geklatscht wurde eine Larva Migrans (Hakenwurm) gefangen, der mich den Rest des Urlaubs in den Wahnsinn getrieben hat. Also wenn es anfängt zu jucken sind es vielleicht keine Bettwanzen und die Mittel dagegen helfen nicht, was die Ärzte vor Ort leider nicht wussten.

      Wenn man das Bodyboarden gut beherrscht kann man die gesamte Süd-West Küste entlang gute „secret“ Spots finden. Allerdings muss man dann wissen wie man mit mit einem Riff umgeht oder um Felsen manövriert. Insgesamt empfand ich das lokale Surfgeschehen als nicht so hochklassig wie woanders schon gesehen, so dass ich denke, dass manches Potential gar nicht ausgeschöpft wird. Vom Bodyboarden ganz zu schweigen.Wellen hatte ich jeden Tag. Insgesamt hatten die Spots aber nicht den Druck den viele Könner unter euch wohl suchen, gerade das + das warme Wasser machen den Südosten Sri Lankas aber zum perfekten (und dafür auch bekannten) Einsteigerrevier. Schade nur, dass es keine Bodyboardingszene zu geben scheint.

      Ansonsten ist Sri Lanka ein unheimlich schönes Reiseland, das sicherlich in der nächsten Zeit noch ordentlich überlaufen wird. Auch das Inland lohnt einen Abstecher, wenn man es aushält das Brett ein paar Tage in die Ecke stellen zu können.
      Achja, ich war mit meinem 6Monate alten Sohn unterwegs und es war gar kein Problem. Wer auf der Suche nach Elternzeit in Verbindung mit Wellen ist, ist mit Sri Lanka sicherlich gut beraten.

      Fragen versuche ich natürlich gerne zu beantworten.